Beim Brautstraußwurf wirft die Braut - üblicherweise im Anschluß an den "Schleiertanz"- ihren Brautstrauß in die Menge der ledigen Frauen. Diejenige, die den Brautstrauß fängt, wird nach alter Sitte als Nächste heiraten.
Der Strauß verbleibt bei der Fängerin oder gibt der Braut den Brautstrauß zurück.
Dabei spielt es keine Rolle, welcher Brautstrauß (Standesamtstrauß, der Kirchenstrauß, ein Ersatzstrauß)geworfen wird.
Wie wird der Brautstrauß geworfen?
Da gibt es einmal den "Überkopfwurf" (die traditionelle Variante):
Bei dieser Variante geschieht es häufig, daß der Brautstrauß nicht beim ersten Versuch sein Ziel findet (Der Strauß fliegt gegen die Decke, fliegt zu weit oder zu kurz). Je nach Beschaffenheit des Brautstraußes kann dieser dadurch beschädigt werden.
Oder
das "Brautstraußroulette":
Jemand stellt sich hinter die Braut und hält ihr mit seinen Händen die Augen zu. Die ledigen Frauen bilden Hand in Hand einen Kreis um das Hochzeitspaar und marschieren mit dem Einsetzen der Musik um das Hochzeitspaar herum. Der Bräutigam kann seine Braut langsam in entgegengesetzte Richtung drehen. Wenn die Musik plötzlich verstummt, bleiben alle sofort stehen, und die Braut übergibt den Brautstrauß derjenigen, die ihr gegenübersteht. Diese Variante hat 2 Vorteile: zum einen wird der Brautstrauß nicht beschädigt, und zum anderen bestehen in Zusammenarbeit mit der Musik gewisse "Manipulationsmöglichkeiten", falls man den Brautstrauß gern einer bestimmten "Unverheirateten" zukommen lassen möchte.
Was geschieht nach dem Brautstraußwurf?
a) Für die "Fängerin" und ihren Partner spielt die Musik einen kurzen Ehrentanz. Danach wird der Tanz für alle Gäste fortgesetzt.
b) Es gibt keinen Ehrentanz, sondern Tanz für alle oder den Mitternachtsimbiß (evtl. mit Hochzeitstorte).
c) Eine ähnliche Zeremonie wird mit allen Junggesellen durchgeführt. Statt des Brautstraußes wird dann z.B. der Blumenanstecker oder die Fliege des Bräutigams gewählt. Je nachdem, ob der Fänger und die Fängerin schon "in festen Händen" sind, ergeben sich dann verschiedene Kombinationsmöglichkeiten
für einen möglichen Ehrentanz.