| Der Schleier gehört schon Jahrhunderten zu einer Braut dazu und ist bis heute ein gern gewähltes Accessoire. Früher stand der Schleier für die Jungfräulichkeit der Braut und war auch das einzige Kleidungsstück, dass in weiß gehalten war. Traditionell hat man, besonders im bäuerlichen Umfeld, nämlich in seiner Sonntagsgarderobe und somit in schwarz geheiratet. Heute hat der Schleier weniger Symbolcharakter, sondern macht eher das Outfit der Braut komplett. Schleier gibt es in den unterschiedlichsten Ausführungen von lang bis kurz, von mehrlagig bis ganz schlicht. Neben dem Schleier sind heute aber auch Hüte oder Diademe sowie kleine Blüten im Haar der Braut beliebt. Um den Schleier ranken sich viele Hochzeitsbräuche, wie der Schleiertanz. Hierbei wird im Mitternacht der Braut der Schleier abgenommen, da sie nun keine Braut mehr ist. Die Trauzeugen halten den Schleier dann hoch und wer mit der Braut unter dem Schleier tanzen möchte, der muss oben einen Obolus hinein werfen. Eine weitere Tradition rund um den Schleier ist das Schleier-Zerreißen. Ebenfalls um Mitternacht wird die Braut von den Gästen praktisch überfallen, und jeder reißt ihr ein Stück vom Schleier als Souvenir der Hochzeit ab. Möchte man diesen Brauch nicht durchführen, sollte man einem Trauzeugen bescheid geben, der dann dafür sorgt, dass der Schleier ganz bleibt. Wer auf diesen Brauch nicht verzichten möchte, seinen Schleier aber als Andenken behalten mag, der kann auch einen zweiten Schleier kaufen, der dann kurz vor Mitternacht aufgesetzt wird. Auch die Versteigerung des Schleiers ist ein beliebter Brauch. Meist wird hierbei die amerikanische Versteigerungsmethode angewandt. |